Praktikumsbericht von Alex

Mit dem Ziel, die parlamentarische Arbeit des Deutschen Bundestages zu verstehen und die Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen in ihren Positionen zu unterstützen, habe ich ein achtwöchiges Praktikum im Bundestagsbüro von Maik absolviert. Erhalten habe ich hautnahe Einblicke in die parlamentarischen Prozesse, von den Fachbereichssitzungen auf grüner Fraktionsebene bis zu den Plenarsitzungen im Bundestag. Inhaltlich hatte ich zugleich die Möglichkeit, mich mit den verschiedensten Themen zu befassen und wurde dabei im Team von Maik umfassend begleitet.

Im Vorwege habe ich mich bewusst für ein Praktikum im Büro von Maik entschieden, da sich seine Mitgliedschaft im Wirtschaftsausschuss mit meinem akademischen Hintergrund deckt und insbesondere Maiks Position als digitalpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion die zukunftsweisende Verbindung aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit verkörpert.
Zugegebenermaßen habe ich zu Beginn meiner Bewerbung nur auf wenige Fachkenntnisse aus dem Themenfeld Digitalisierung zurückgreifen können. Durch meine Arbeit im Team habe ich jedoch sehr schnell die Möglichkeit erhalten, mich mit diesem Feld intensiver zu befassen, die Verknüpfung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu erkennen und die resultierenden Fortschrittsmöglichkeiten zu verstehen.

So habe ich die Sitzungen der AG begleitet, an Fachgesprächen, Ausschusssitzungen und Anhörungen teilgenommen, dem Stakeholderdialog Digitalisierung & Nachhaltigkeit beigewohnt und folglich überall zugehört, ggf. nachgefragt und dabei schnell eigene Themenschwerpunkte recherchiert. Ob Themen wie der Einführung des Digitalen Produktpasses oder der Neuausrichtung der EU-Öko-Designrichtlinie, in einer kurzen Zeit konnte ich viele neue Themengebiete erschließen und diesbezüglich Fachkenntnisse gewinnen. Dabei war es besonders wertvoll, den täglichen Austausch mit Maiks Team zu haben und somit vom Erfahrungsschatz und Informationsfluss des Teams profitieren zu können.

Auch im Themengebiet der Wirtschaftspolitik hatte ich in den Feldern Mittelstand, Technologie & Innovation und Handelspolitik die Möglichkeit, an spannenden Projekten teilzuhaben. So war zu Beginn meines Praktikums die Frage der deutschen Rohstoffabhängigkeit oder die Diskussion um einen Förderstopp der Computerspielbranche einer der Themenschwerpunkte.
Später verschob sich der Fokus auf handelspolitische Themen. Das Handelsabkommen CETA wurde im Bundestag ratifiziert, eine potenzielle Neuverhandlung des EU-Mercosur Handelsabkommen kam stärker auf die Tagesordnung und im Wirtschaftsausschuss gewann die Frage nach einer europäischen Antwort auf den amerikanischen Inflation Reduction Act an Bedeutung. Dabei war es unglaublich wertvoll, während Ausschusssitzungen oder einem parlamentarischen Frühstück themenspezifischen Input und verschiedene Perspektiven von relevanten Stakeholdern zu erhalten und diese Informationen in die eigene Arbeit einfließen lassen zu können.


Auch fern von wirtschafts- oder digitalpolitischen Fragen habe ich mich ich im Zuge der Beantwortung von Bürgeranfragen in die unterschiedlichsten Sachverhalte eingelesen und mit diesen auseinandergesetzt. Als Praktikant im Team Außendorf hatte ich somit die Möglichkeit, mich in neue Themenbereiche einzuarbeiten, an diversen Projekten mitzuwirken und dementsprechend abwechslungsreiche Einblicke in die tägliche Arbeitsweise eines MdB-Büros zu erhalten. Über die inhaltliche Arbeit hinaus hat mir das Praktikum ermöglicht, das System Bundestag zu entmystifizieren und die Prozesse der parlamentarischen Arbeit nachvollziehen zu können. Ich konnte an den laufenden parlamentarischen Prozessen erleben, wie eine Fraktion funktioniert und sich koordiniert, welche verschiedenen Gremien für welche Tätigkeitsbereiche arbeiten oder wie das Gesetzgebungsverfahren im Bundestag geregelt ist. Besonders eindrucksvoll und aufschlussreich war diesbezüglich die Möglichkeit, an etlichen Sitzungen, Anhörungen und Gesprächsrunden teilzunehmen und die Aufgaben der jeweiligen Gremien bei laufender Arbeit erleben und einordnen zu können.

Ein anderer Aspekt, der mir währenddessen nähergebracht wurde, ist das berühmte Wegekonzept und Tunnelsystem im Deutschen Bundestag. Um dieses System, welches die verschiedenen Liegenschaften des Bundestages unterirdisch verbindet, in seiner Gänze zu verstehen, sind definitiv mehrere Sitzungswochen vonnöten.
Nicht ausschließlich aufgrund der erst gegen Ende meines Praktikums erlangten Orientierung, sondern insbesondere aus inhaltlicher Perspektive, hätte ich mich rückblickend gerne für ein Praktikum über den Zeitraum von zwei Monaten hinaus entschieden. Ein längerer Zeitraum hätte mir die Möglichkeit gegeben, auf den geschaffenen thematischen Grundlagen aufzubauen und meine Mitarbeit fortlaufend vertiefen zu können. Sofern die Möglichkeit besteht, empfehle ich potenziellen Bewerber*innen von daher, ein längeres Praktikum im Büro von Maik zu absolvieren.

Persönlich war es eine unglaublich spannende und intensive Erfahrung, die Kurzlebigkeit des politischen Tagesgeschehens im Deutschen Bundestag zu erleben und sich gleichzeitig detailliert mit den aktuellen Schwerpunkten des Büros von Maik und der Grünen Bundestagsfraktion auseinanderzusetzen. Es hat mir großen Spaß gemacht, so nah am aktuellen Geschehen zu arbeiten und dabei die Möglichkeit zu haben, an den verschiedensten Stellen Input und Eindrücke zu gewinnen und mich mit den Kollegen und Kolleginnen der Grünen Bundestagsfraktion auszutauschen.


Ich danke dem Team in Berlin, sowie dem Wahlkreisbüro in Bergisch Gladbach für diese Erfahrung, die dynamische Zusammenarbeit und freue mich auf zukünftige Möglichkeiten diese Zusammenarbeit fortzuführen.

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